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11.08.2026

Verbraucherrechte: Was der »Citizens Omnibus« für Verbraucher:innen bringen sollte

Die Europäische Kommission plant mit dem sogenannten »Citizens Omnibus«, den europäischen Binnenmarkt zu vereinfachen. Aus Sicht des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) muss dabei vor allem eines im Mittelpunkt stehen: der Alltag der Verbraucher:innen. Ziel muss es sein, den Alltag von Millionen Menschen spürbar zu vereinfachen, durch klare Regeln, weniger Bürokratie und besser durchsetzbare Rechte.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband schlägt 40 Maßnahmen vor, um den Verbraucheralltag in Europa einfacher zu gestalten. Der Omnibus sollte insbesondere folgende Bereiche in den Blick nehmen:

Kündigung von Abonnements vereinfachen

Verbraucher:innen werden immer wieder durch automatische Verlängerungen in unerwünschten Abonnements gehalten. Ein EU-weiter Kündigungsbutton nach dem Vorbild der deutschen Regelung sowie klare Regeln für Vertragsverlängerungen würden unnötige Kostenfallen verhindern und den Binnenmarkt nutzerfreundlicher machen.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert EU-weit 

  • einen Kündigungsbutton mindestharmonisierend nach deutschem Vorbild

  • maximal einmonatige Kündigungsfristen bei automatischen Vertragsverlängerungen 

  • klare Zustimmung vor Umwandlung einer kostenfreien/kostengünstigen Probeabo in ein normales, kostenpflichtiges Abonnement 

  • grundsätzlich keine verpflichtende Angabe von Zahlungsdaten für kostenfreie Probeabonnements

Was würde das Verbraucher:innen nutzen? Weniger Kostenfallen, mehr Kontrolle über laufende Verträge und mehr Entscheidungsfreiheit.

Sicherheit von Produkten im Online-Handel sicherstellen

Verbraucher:innen müssen sich darauf verlassen können, dass Produkte auf Online-Marktplätzen den europäischen Sicherheitsstandards entsprechen. Plattformen sollten deshalb stärker in die Verantwortung genommen werden, damit unsichere Produkte gar nicht erst angeboten werden. 

Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert:

  • Betreiber von Online-Marktplätzen müssen sicherstellen, dass nur konforme Produkte verkauft werden

Was würde das Verbraucher:innen nutzen? Höherer Schutz vor gefährlichen Produkten und mehr Vertrauen beim Online-Shopping.

Versteckte Preiserhöhungen bei Lebensmitteln verhindern

Wenn Lebensmittel indirekt teurer werden, weil Verpackungen schrumpfen, der Preis aber gleichbleibt, ist das ein echtes Ärgernis für Verbraucher:innen. Eine Kennzeichnungspflicht für veränderte Füllmengen oder neue Zusammensetzungen würde solche versteckten Preiserhöhungen transparent machen.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert:

  • Pflicht zur klaren Kennzeichnung von veränderten Füllmengen oder Rezepturen bei gleichem oder steigendem Preis für mindestens sechs Monate

Was würde das Verbraucher:innen nutzen? Preistricks wären sofort erkennbar, was die Vergleichbarkeit von Produkten erhöht und für Käufer den persönlichen Aufwand beim Vergleich reduziert.

Cookie-Banner endlich abschaffen

Verbraucher:innen werden täglich mit Einwilligungs- und Trackingabfragen konfrontiert. Ein Verbot von Tracking und Profilbildung zu Werbezwecken würde nicht nur den Datenschutz stärken, sondern auch die ständige Verwaltung von Cookie-Bannern überflüssig machen und den digitalen Alltag deutlich vereinfachen.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert:

  • Tracking und Profilbildung zu Zwecken der Online-Werbung verbieten

  • Datensammlung zu Werbezwecken über Webseiten, Apps und Geräte verbieten

Was würde das Verbraucher:innen nutzen? Weniger Klickstress mit nervigen Cookie-Bannern, mehr Kontrolle über die eigenen Daten und einfachere Online-Erfahrung.

Krankschreibungen vereinfachen

Wer im EU-Ausland erkrankt, stößt häufig auf bürokratische Hürden bei der Anerkennung von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen. Ein europaweit einheitlicher Vordruck mit gegenseitiger Anerkennung würde Verfahren vereinfachen, unnötigen Aufwand vermeiden und die Freizügigkeit innerhalb Europas praktisch unterstützen.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert eine EU-weit:

  • einheitliche Krankschreibung

  • verpflichtende Anerkennung durch Arbeitgeber und Kassen

Was würde das Verbraucher:innen nutzen? Weniger Aufwand bei Krankheit im Ausland und schnelle, unkomplizierte Anerkennung.

Verbraucherzentrale Bundesverband, Meldung vom 30.07.2026