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14.09.2026

EU-Parlament: Will Energienetze ausbauen und Strompreise senken

Das Europäische Parlament treibt eine Reform der Regeln für die transeuropäische Energieinfrastruktur (TEN-E) voran. Ziel ist es, die Versorgungssicherheit zu stärken, Energiepreise für Haushalte und Unternehmen zu senken und die Klimaneutralitätsziele der EU zu unterstützen.

Der Industrie-, Forschungs- und Energieausschuss des Parlaments (ITRE) sprach sich dafür aus, die Vorschriften für grenzüberschreitende Energienetze zu modernisieren. Die Neuregelung soll den Ausbau von Strom-, Gas- und Wasserstoffnetzen über Ländergrenzen hinweg erleichtern, Netzengpässe abbauen und den Energiefluss innerhalb der EU verbessern.

Nach den Vorstellungen der Abgeordneten soll die EU-Kommission bei der strategischen Infrastrukturplanung künftig eine stärkere Rolle erhalten. Investitionsentscheidungen sollen auf gemeinsamen Datengrundlagen und einheitlichen Energieszenarien beruhen. Zudem sollen neue Instrumente helfen, Lücken in den Strom- und Wasserstoffnetzen frühzeitig zu erkennen und Investitionen gezielt zu steuern.

Auch Genehmigungsverfahren für wichtige Infrastrukturprojekte sollen beschleunigt werden. Bevor neue Leitungen oder Anlagen gebaut werden, müssten die Behörden allerdings prüfen, ob sich bestehende Netze optimieren lassen oder digitale Lösungen und Maßnahmen zur Nachfragesteuerung ausreichen.

Die Abgeordneten betonen, dass der Netzausbau stärker zur Integration des europäischen Energiemarkts beitragen müsse. Ein besser vernetzter Markt könne Preisunterschiede zwischen Mitgliedstaaten verringern und so die Energiekosten für Verbraucher und Unternehmen senken.

Zudem soll die Infrastrukturplanung den Ausbau klimaneutraler Technologien stärker berücksichtigen. Auf die Prioritätenliste aufgenommen werden sollen unter anderem Projekte zum Schutz kritischer Netze, zur Digitalisierung und Überwachung von Energieanlagen sowie Maßnahmen zur Anpassung der Infrastruktur an den Klimawandel.

Der Ausschuss billigte den Bericht mit 56 zu zehn Stimmen bei neun Enthaltungen. Zugleich sprach er sich dafür aus, Verhandlungen mit dem Rat der EU aufzunehmen. Voraussetzung ist noch die Zustimmung des Plenums des Europäischen Parlaments.

Hintergrund: Die EU-Kommission hatte die Überarbeitung der TEN-E-Verordnung im Dezember 2025 im Rahmen ihres "European Grids Package" vorgeschlagen. Angesichts des hohen Investitionsbedarfs und der Bedeutung grenzüberschreitender Netze soll die Reform dazu beitragen, die Energieunion zu vollenden und die Energie- und Klimaziele der EU für 2030 zu erreichen.

Europäisches Parlament, PM vom 10.09.2026