17.09.2026
Angesichts der stark gestiegenen Kraftstoffpreise fordert der Bund der Steuerzahler (BdSt) gezielte Entlastungen für Verbraucher und Unternehmen. Nach Verbandsangaben liegen die durchschnittlichen Preise derzeit bei 2,34 Euro je Liter Benzin und 2,40 Euro je Liter Diesel. Tankrabatte lehnt der BdSt dagegen als wenig treffsichere und teure Maßnahme ab.
Stattdessen spricht sich der Verband für eine Anhebung der Entfernungspauschale aus. Pendler könnten dadurch über einen Freibetrag bereits unterjährig von einem höheren Nettolohn profitieren. Für Menschen mit geringem Einkommen seien zusätzlich direkte Ausgleichszahlungen denkbar.
Als weiteres Instrument bringt der BdSt einen Preisdeckel für Kraftstoffe ins Gespräch. Dabei hält der Verband für entscheidend, wie ein solches Modell ausgestaltet wird. Ein Preisdeckel sollte nicht dadurch finanziert werden, dass der Staat dauerhaft Steuergeld einsetzt, um die Differenz zwischen Markt- und Endpreis zu übernehmen. Vielmehr sei eine gesetzlich definierte Preisobergrenze denkbar, die sich nachvollziehbar an Beschaffungs-, Rohöl- und sonstigen relevanten Kosten orientiert und übermäßige Margen begrenzt.
Kritisch sieht der Verband dagegen eine Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne. Eine solche Abgabe senke die Preise an der Zapfsäule nicht unmittelbar, da sie erst nachträglich auf Unternehmensgewinne erhoben werde. Zudem seien mögliche Übergewinne schwer abzugrenzen und könnten durch internationale Konzernstrukturen verlagert werden.
Der BdSt fordert daher ein zielgerichtetes Vorgehen statt pauschaler Entlastungen. Unterstützung solle insbesondere Berufspendlern ohne praktikable Alternativen zum Auto sowie Unternehmen zugutekommen, deren Geschäftsbetrieb unmittelbar von Kraftstoffkosten abhängt. Als zentrale Forderungen nennt der Verband eine höhere Entfernungspauschale, direkte Hilfen für Geringverdiener sowie kartellrechtliche Maßnahmen bis hin zu einem Preisdeckel.
Bund der Steuerzahler e.V., PM vom 15.09.2026